Messe Friedrichshafen
Presseservice

Neue Messe 1
88046 Friedrichshafen
Telefon +49 7541 708-307
Telefax +49 7541 708-331

 

Presseberichte

„Motorworld Classics Bodensee“ feiert den VW Bus in einer Sonderschau – Woodstock-Feeling auf dem Messegelände

Der Bulli – ein vielseitiges Erfolgsmodell

29.04.2019  | VW Bus Bulli

Friedrichshafen – Er steht für abenteuerliche Erlebnisse, zwischenmenschliche Anekdoten und variantenreichen Selbstausbau: der VW Bus T1 bis T6, liebevoll auch Bulli genannt. Anfang der 1950er-Jahre als Multifunktionsauto gebaut, sollte er vor allem ein praktischer, einfacher und bezahlbarer Transporter werden, der sich dann jedoch schnell zu einem Kultwagen mit Charakter und großer Fangemeinde entwickelte. Auf der Motorworld Classics Bodensee in Friedrichshafen von 10. bis 12. Mai kommt der Oldtimer ganz groß raus.


Die besten Ideen entstehen oft aus der Not heraus – so auch der VW Bulli. Ursprünglich als Plattenwagen konstruiert, in dem Autoteile des beliebten VW Käfers verbaut waren, folgte aus dem einfachen werksinternen Wagen ein leistungsstarker Transporter: der T1. Nicht viel breiter als ein Käfer, erreichten die ersten VW Busse fast 100 km/h dank ihres 25 PS Boxermotors. Dieser befand sich damals noch im Heck des Transporters und wurde luftgekühlt. Schnell war klar, der VW T1 ist vor allem eins: vielseitig. Ein wendiges Auto, das als Bus, Lieferwagen oder Transporter genutzt werden kann. Zudem sah er mit seinem bulligen Design, glänzendem Lack, verchromten Stoßstangen und der geteilten Frontschreibe sehr gut aus. Nur ein knappes Jahr später erscheint der Bulli in der Samba-Ausgabe mit acht Sitzen in drei Reihen sowie zusätzlichen Türen und Fenstern. Die perfekten Voraussetzungen für einen Umbau zum Allround-Reisemobil. Dank dem Fahrzeugausbauer Westfalia ließ sich der Samba bei Bedarf ganz einfach in einen Camper verwandeln. Das Nachfolgemodell T2 mit seitlicher Schiebetür wurde dann vor allem ein Symbol der durch die Welt tingelnden Hippies. Der Vintage-Charakter der ersten VW Buse spricht auch heute noch unzählige Globetrotter und Oldtimerfans an.

 

Einer von ihnen ist Aladar Duck aus Ravensburg. Er besitzt zusammen mit seiner Frau und seinen beiden erwachsenen Söhnen unter anderem zwei T1- und zwei T2-Busse, die er zusammen mit anderen VW-Bus-Klassikern in Halle A2 auf der Messe in Friedrichshafen präsentieren wird. „In meiner Jugend haben wir den Innenraum eines T2 mit Velourteppich ausgekleidet und sind an den Atlantik gefahren“, erinnert sich der 54-jährige Familienvater. Als der VW Bus irgendwann seinen Geist aufgegeben hat, interessierte sich Duck für andere familientaugliche Autos.

 

Viele Jahre später saß er eines Abends mit seinem 17-jährigen Erstgeborenen vor dem Fernseher. Die beiden schauten fasziniert eine Reportage über die Restaurierung eine T1 Samba-Modells an. Der Kommentar seines Sohnes anschließend: „Papa, können wir sowas nicht auch machen?“ Nach reiflicher Überlegung fanden die beiden schließlich für 4000 Euro einen VW Bus Baujahr 1963 beim „Roten Kreuz“, der in „relativ schlechtem Zustand“ war. Mit Hilfe eines Bekannten, der ihnen seine Kfz-Werkstatt samstags zur Verfügung stellte, haben Vater und Sohn die T1-Rostlaube eineinhalb Jahre lang wieder auf Vordermann gebracht. „1300 Stunden haben wir insgesamt investiert“, erzählt Duck, der von Beruf Maschinenbauer ist.

 

Doch die Restaurierung lief alles andere als glatt. In der TV-Dokumentation hatte man die Karosserie sandgestrahlt. „Leider wurden bei uns dabei die Seitenwände verformt, und wir waren deshalb ziemlich gefrustet.“ Also mussten die beiden nochmal Geld in die Hand nehmen und in England neue Seitenwände im originalen Stil bestellen, die dann mühevoll eingeschweißt wurden. „Ohne Hilfe von Experten hätten wir das niemals geschafft“, sagt Aladar Duck. Im Sommer 2011 war der Samba Bus dann endlich fertig und kam auf Anhieb durch den TÜV. Inzwischen hat die Familie drei weitere Busse instandgesetzt, mit denen sie im Sommer nicht nur in den Urlaub fahren, sondern auch im Alltag unterwegs sind. Denn das Bulli-Fahren macht gute Laune, auch wenn so ein Bus zehn Liter Sprit auf 100 Kilometer schluckt.

 

Aladar Duck hat vor einigen Jahren den „VW Stall“-Club gegründet – eine lose Gruppe, die sich einmal im Monat im Gasthof Kreuz in Ravensburg-Bavendorf zum Stammtisch trifft und gelegentlich gemeinsam Ausfahrten unternimmt. Auch eine Facebook-Gruppe gibt es längst. Sie hat inzwischen rund 110 Mitglieder auf der ganzen Welt: von Europa über Mexiko bis Brasilien. In dem Forum gibt man sich gegenseitig Tipps beim Reparieren oder Kauf von VW Bussen. Auf der Motorworld Classics Bodensee wird der Club mehrere T1- und T2-Modelle vorstellen. Und zwar nicht nur ein liebevoll ausgebautes Reisemobil, sondern auch ein Handwerkerfahrzeug mit Pritsche, einen Personentransporter oder etwa ein tiefer gelegtes Modell aus den USA. Mit von der Partie ist Reisefotograf Peter Gebhard, der von seinen Touren mit einem roten Bulli von Istanbul bis zum Nordkap beziehungsweise quer durch Island berichten wird. Und dazu gibt es jede Menge Rockmusik, damit „Woodstock“-Feeling auf dem Messegelände aufkommt. Der Bulli wurde für Volkswagen weltweit und vor allem auch in Amerika zum Erfolgsmodell. Dafür sorgten zunächst die surfbegeisterten Sunny Boys im warmen Kalifornien und nicht zuletzt die langhaarigen Hippies, die den Bulli als ideales Schlaf- und Transportmittel vergötterten. Das sich der legendäre „Summer of 69“ und das größte Open Air Konzert aller Zeiten in Woodstock diesen Sommer zum fünfzigsten Male jährt, wird auf der Bulli-Sonderschau in Halle A3 ebenfalls gewürdigt.

 

Einer der schönsten Hippie Sambabusse aller Zeiten dient als Anlaufstelle für diejenigen, die diesen Sommer live erlebt haben. Aber auch Leute die sich aus bestimmten Gründen nicht mehr an diese wilden Zeiten erinnern oder schlicht noch gar nicht geboren waren, werden begeistert sein. Was damals noch nicht möglich war: Jeder, der sich im Hippie Outfit vor dem Bulli fotografieren lässt, erhält seine persönliche Erinnerung auf einer speziellen Facebook und Instagram Seite.  

 

Öffnungszeiten

Die Motorworld Classics Bodensee ist ein gemeinsames Projekt der Messe Friedrichshafen GmbH und der MOTORWORLD Consulting GmbH & Co. KG. Die Motorworld Classics Bodensee findet von Freitag, 10. bis Sonntag, 12. Mai 2019 auf dem Messegelände in Friedrichshafen statt.

Weitere Infos unter www.motorworld-classics-bodensee.de und auf Facebook www.facebook.com/MotorworldClassicsBodensee.



Hinweis an die Redaktionen: Zeichen (mit Leerzeichen): 697


Kompletter Artikel zum Download